4. September 2009

Die Bullerbü-Psychose

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Da meine Cousine mir soeben eröffnet hat, dass sie mit dem Gedanken spielt, selbst ein Blog zu schreiben, fühle ich mich hiermit zu einem neuen Eintrag inspiriert.

Wir sind schon seit unserer Kindheit befreundet und blicken daher auf eine Vielzahl erfreulicher (für uns) und unerfreulicher (für unsere Umwelt) Erfahrungen zurück. Wir sind, trotz großem geographischem Abstand, in ähnlichen Umfeldern aufgewachsen und haben häufig ähnliche Sorgen, meistens finanzieller Natur.

In unserer heutigen Unterhaltung kamen wir zu dem Schluss, dass wir unter einem schweren, wenn nicht sogar genetischen, dann auf jeden Fall seelischen Schaden leiden, der uns glauben macht, unser Leben sei nur dann perfekt, wenn es näherungsweise dem Universum des inoffiziellen Familienidols Astrid Lindgren gleiche. Zwar nahm unsere Unterhaltung einen kurzen Umweg über das Armenhaus in "Michel aus Lönneberga" (eine Schilderung, die uns heute noch zu Tränen rührt, wie wir feststellen mußten), doch waren wir uns einig, dass wir als Kinder ein Ideal eingeimpft bekamen, dass uns bis auf den heutigen Tag anhängt.

Gefühlt wohnen wir in farbig gestrichenen Holzhäusern mit Lochstickerei-Gardinen und Veranden, auf denen der blinde Großvater im Schaukelstuhl vor sich hin sinnt. (Was ja an sich schon mal zwei identische Großväter erfordert.)

Im Sommer würden wir angeln (in der Hoffnung, nichts zu fangen, da sich sonst das Problem des Fische-vom-Leben-in-den-Tod-beförderns stellen würde) oder wir jagten Onkel Einar, der Katzen Büchsen an den Schwanz bindet (Kalle Blomquist) und fürchteten uns vor Gespenstern im Waschhaus (Madita). Wie man sieht, basiert der vorhergehende Absatz auf der Annahme, dass wir selber uns noch im Kindesalter befänden. Da dies aber, äh, schon seit längerem nicht mehr der Fall ist, sollten wir das Szenario entsprechend anpassen:

Wir wären also die Muttis des Bullerbü-Kosmos (aufgrund eines kleinen Irrtums hätte ich beinahe Labyrinth geschrieben..), und würden weiße Schürzen über den gestreiften Kleidern tragen und den ganzen Tag singen. Wir würden für jeden ein gutes Wort haben und wenn wir nicht gerade Marmelade einkochen oder Fleischklösschen braten (Karlsson vom Dach), dann verarzten wir aufgeschlagene Knie und basteln mit allen Kindern zusammen am Küchentisch.

Und Weihnachten, oh, Weihnachten (typische Lindgren-Formulierung), das wäre die großartigste Zeit im Jahr. Wir stünden fast ununterbrochen in der Küche um dort die wunderbarsten Pfefferkuchen, Gans mit glasierten Kartoffeln und Reispudding in dem eine Mandel versteckt ist (Weihnachten auf Bullerbü)zuzubereiten. Und dann würden wir alle zusammen um den riesigen Christbaum tanzen.

Wir könnnten einige der heutigen Annehmlichkeiten, wie Waschmaschine und Zentralheizung geniessen und natürlich müssten die Papas sich beteiligen an den Aufgaben. Und ausserdem hätten wir eine Arbeitsstelle in der Stadt, und es gäbe wohl auch ein Auto. Natürlich auch völlig ungedenk der Tatsache, dass zumindest ich bis jetzt weder Ehemann noch Kinder vorweisen kann und ich mich also vorläufig auf den Bau und das Einrichten des kleinen blauen Hauses konzentrieren könnte (da die Möbel zu einem nicht unwesentlichen Teil aus einem großen schwedischen Möbelhaus stammen würden, wäre ich damit auch einige Zeit beschäftigt).

Die Schöpferin dieser magischen Erzählungen hatte genauso eine Büroarbeit in der Stadt und eine kleine Wohnung und einen viel prosaischeren Alltag als man vermuten möchte.

Dies alles umfasst unsere Bullerbü-Psychose, deren Problem in der Diskrepanz zwischen dem angelesenen (bzw. an-vorgelesen-bekommenen) Ideal und der rauhen Wirklichkeit einer vollen U-Bahn nachmittags um sechs liegt. Unser ganzes bisheriges Leben und auch unser ganzes zukünftiges werden wir beschäftigt sein, diese Psychose in unser Ich zu integrieren, diese Abwesenheit von weißen Holzveranden in unserem Leben. Was hätten wir ohne die Bücher von Astrid Lindgren gemacht? Wahrscheinlich wären wir heute Drogensüchtig und/oder Terroristen geworden. Oder wir hätten eine andere Psychose entwickelt.

Allerdings fällt mir dazu auch eine Passage aus den Lebenserinnungen Astrid Lindgrens, "Das entschwundene Land" ein, in der die Autorin die Liebesgeschichte ihrer Eltern beschreibt. Sinngemäß sagt sie, dass sie nur eine so wunderbare Kindheit haben konnte, weil ihre Eltern eine so positive Haltung zum Leben verkörpert haben und diese den Kindern mit auf den Weg gegeben haben.

Astrid Lindgren selber hatte kein sehr einfaches Leben, und ich glaube, das wirklich bewundernswerte ist, durch Hochs und Tiefs diese positive Grundhaltung immer wieder aufzunehmen, auch wenn sie zeitweise verloren gehen mag.

3. August 2009

Komisch, so warm hier

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Nur um mal was gesagt zu haben: Schön hier. Viel zu tun. Es ist laut, meistens. Von irgendwoher.

Die Vampire wohnen immer noch bei mir und werden auch das kommende halbe Jahr noch bleiben.

Unbedingt probieren: Zitroneneis mit frischer Minze. Der Kuchen bei der Brezel Company, Lenaustr. 10.

Schönen Sommer noch.

5. April 2009

Menschen in Neukölln Teil 15 (fast) (also fast in Neukölln, mein ich)

Neulich in der U-Bahn hörte ich, wie sich zwei Frauen unterhielten. Über die X, die jetzt ja auch schwanger sei.

Frau 1: Also, ein bisschen gewundert hab ich mich ja schon.

Frau 2: ?

Frau 1: Weil die X mich fragte, ob ich ihr beim Schuhe zubinden helfen könnte. Sie hätte solche Mühe damit, jetzt, wo sie schwanger ist.

Frau 2: ??

Frau 1: Na, man sieht ihren Bauch ja noch nicht mal.


Ich: (schnell aussteigen, draussen weiterlachen)

15. März 2009

Schon wieder im Café


Café II (Catherine's) from Frau Feli on Vimeo.


Endlich mal wieder ein Eintrag, und gleich mal wieder mein Blick in ein Café. Ich habe nicht meine Lieblingsorte ausgewählt, sondern mich einfach danach gerichtet, wo ich mit wenig Aufwand meine gewünschte Perspektive aufnehmen konnte: Linear, den Blick geradeaus auf den Raum gerichtet. Und diesmal auch ein bisschen länger, und mit -immerhin- fast dem ganzen Musikstück. Ähem. Ich mußte leider zum Schluss was rausschneiden, weil sich zwei Frauen ins Bild setzten, und die waren dann im Weg.

Mir gefällt das Ergebnis, weil ich in Kombination mit der lebhaften Musik an eine Puppentheateraufführung denken mußte, die ich als Kind gesehen habe. Große Holzpuppen, jede fest auf einem Wägelchen mit Rädern installiert, wurden mittels quer gespannten Schnüren auf der Bühne bewegt. Die Arme der Puppen konnten zum Gestikulieren auf und ab bewegt werden, und aus dem Off sprachen Schauspieler die Dialoge.
Insgesamt ein sehr surrealer und fremder Effekt, verstärkt durch das rumpelnde
Geräusch der Räder auf der Bühne.

11. Februar 2009

Der Clip zum Header

Neulich im Café...




nahm ich spasseshalber dieses Video mit meiner Kamera auf. Ich habe die Tonspur mit der Unterhaltung (peinlich, ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, worum es ging) (und meine Stimme klingt sowieso wie Donald Duck mit Bronchialkatarrh, aber das geht ja möglicherweise vielen so, die ihre Stimme nur von der eigenen AB-Ansage kennen) ersetzt durch Miles Davis, Ascenseur a L'echaffaud. Also, die ersten paar Takte jedenfalls, mangels Länge des Films. Aber es ist ja auch mein Erstlingswerk, hoho. Und, ehem, daher auch in entsprechend grottiger Qualität. Aber Ihr wisst schon, camp style.

Dem Video vorausgehend hatte ich einige Fotos gemacht, von denen ich meinen Favoriten gestern in tiefer Nacht in meinen neuen Header verwandelt habe. Danke an C. für die Hilfe beim html! (Und wenn mir noch jemand sagt, wie man den weißen Streifen im Header rechts entfernt..dann bin ich glücklich mit dem Ergebnis.)

25. Januar 2009

Menschen in Neukölln Teil 14


Gestern abend, mal wieder auf dem Heimweg. Hastig durch die klamme Kälte eilend, schlängelte ich mich an einem Pärchen vorbei, dass trotz des ungemütlichen* Wetters schlendernd in eine Unterhaltung vertieft war. Ich hätte glatt -kennen wa doch- an das hier einzusetzende südeuropäische Lieblingsland denken mögen.

Das Pärchen, wenn es denn eins war, kannte sich wohl noch nicht so lange, denn so sagte

er zu ihr:

"Aber machst du Filme nicht auch, um Selbstbestätigung zu bekommen?"
(...)

Die Unterhaltung setzte sich nicht weiter ungewöhnlich fort, zurück blieb (bzw. voraus eilte, mir war nämlich wirklich kalt) eine
verwirrte Frau Feli. Ein Abend in Neukölln, und was sieht man? Studenten, ausländische Touristen, aufstrebende Jungunternehmer mit wirren Frisuren, Menschen in lila Pullundern und Chucks mit Schachbrettmuster. Alkis, junge Unholde jeglicher Couleur auf Ärger aus herumstrolchend, Kranke, Arme und Vergessene, where art thou?!

Sie sind schon noch da, und wo sollten sie sonst auch hin. Aber sie bekommen ein gewisses Gegengewicht aus unerwarteter Richtung. Die Richtung ist Nordost. Mitte, wenn nicht Prenzlauer Berg. Wem Kreuzberg zu teuer wird, der kommt hierher. Ob ich das gut finde? Ja, so lange die Mieten nicht so sehr steigen, dass ich - und die Vergessenen- sie nicht mehr zahlen kann. Natürlich ist es nett, wenn das Straßenbild bunter wird und plötzlich um die Ecke vietnamesische Nudelküche und hübsche kleine Cafés mit alten Sofas eröffnen. Aber nicht so nett ist es, wenn man von Nachbarn hört, dass die bisherigen Bewohner aus den alten Wohnungen vertrieben werden, damit das Haus in eine elegante Eigentumswohnungsplantage verwandelt wird.
Es müßte doch möglich sein, alle unter einen Hut zu bekommen, Alkis und Unternehmer. Oder so.


*Eine Neuseeländerin verkündete mir einmal, dass "ungemütliches Wetter" eine ihrer liebsten deutschen Redewendungen sei, weil ihr einfach keine passendere Beschreibung für Berliner Winterwetter einfiele. Hm. Wie habe ich das zu verstehen? Wahrscheinlich gibt es in Neuseeland zu selten ungemütliches Wetter. Und wenn, dann vermeidet man wahrscheinlich, das Haus die nächsten paar Tage zu verlassen. Es sei denn, man will unbedingt den Roaring Fourties trotzen. Dem blanken Hans würde ich als native Küstenbewohner wohl sagen.

10. Januar 2009

Das alte Jahr ist tot, es lebe das neue Jahr!



Oben die Dokumentation einer vorweihnachtlichen Kuchenschlacht. So gut. Wir sind so lange geblieben, dass wir vom Besitzer des Cafés schließlich Sekt ausgegeben bekamen.

Zugenommen oder abgenommen?

Ha. Schon mal einfach zu beantworten: zugenommen. Aber meine Güte. Es könnte schlimmer sein, wird auch wieder abgenommen. Hoffe ich doch mal.

Dazu eine Geschichte (zum neuen Jahr muß es ja auch was extra geben, nich. ) Ich überquerte neulichst (beliebte norddeutsche Wortkonstruktion) mal wieder den Hermannplatz, als ich einer Unterhaltung hinter mir lauschte:

Er zu ihr: Ja, weißt du, ich finds so krass, die hat total zugenommen.
Sie zu ihm: Echt? Boah.
Er zu ihr: Die ist richtig dick geworden, die wiegt bestimmt fünf Kilo mehr oder so! Also unmöglich, die hat sich überhaupt nicht mehr im Griff.
Ich: *schluck*.
Ich hab mich dann lieber nicht umgedreht, weil mein Blick mich *sofort* entlarvt hätte.


Haare länger oder kürzer?

Äh. Uuuhh. Ich glaub, etwas kürzer. Mehr Stufen jedenfalls.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Öh. Ich hoffe, keins von beiden. Ich ignoriere aber Veränderungen immer so lange wie möglich, weil auch nur neue Gläser ja schon eine kostspielige Angelegenheit sind.

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr. Glaub ich. Wär schön, wenn ich mehr davon merken würde. Aber ich will mich nicht beschweren, andererseits.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Bestimmt auch mehr. Alleine der ganze Renovierungsschnickschnack für das unten genannte Bett hat mich wieder mehr gekostet, als ich gedacht hätte. Aber dafür besitze ich jetzt das wunderbarste Bett der Welt, selbst abgeschliffen und lasiert in weiß und braun und soo schön.

Der hirnrissigste Plan?

Ein in seine Einzelteile zerlegtes Bett in der U-Bahn transportieren zu wollen. (Was ich klugerweise nach der ersten Fuhre aufgegeben habe.)

Die gefährlichste Unternehmung?

Wahrscheinlich der obige Transport. Oder: Einen übervollen Pappbecher mit Milchkaffee in der einen Hand, unter dem Arm eine Tüte mit Mittagsverköstigung, über dem Arm meine Handtasche, in der anderen Hand die Süßigkeiten für die werten Kollegen (ähm, und mich) sowie einen Apfel irgendwo dazwischen von der Caféteria bei der Arbeit mit dem Fahrstuhl bis in den 10. Stock transportieren zu wollen. Hat aber doch geklappt, mit nur ganz wenig kleckern.

Mehr Sport oder weniger?

Weniger. Dafür mehr schlechtes Gewissen. Ich habe mal Kampfsport gemacht. Irgendwann, in einem anderen Leben fern von hier.

Die teuerste Anschaffung?

Das silberne Wunderding: mein Macbook.

Das leckerste Essen?

Das Abendessen bei der Konfirmation meiner Nichte, gekocht und serviert vom besten italienischen Freund des italienischen Vaters selbiger Nichte in dessen Restaurant. Es gab ganz klassische italienische Küche, Anti pasti, einen Pasta-Gang, Saltimbocca und Putenroulade (bzw das italienische Äquivalent) und Tirami su zum Nachtisch. An sich nicht ausgefallen, aber *sagenhaft gut, geradezu in die Knie zwingend überwältigend gut gekocht*, dass ich nur noch dumpfe Laute des Wohlbefindens von mir geben konnte.

Das beeindruckendste Buch?

Poah. Ihr machts einem aber nicht leicht. Ein sehr tolles, erst kürzlich gelesen: Margret Atwood, Katzenauge. Und weil ich mich nie auf nur ein tolles Buch beschränken könnte und ich viele gelesene Bücher grad nicht im Kopf habe: Carson McCullers, Gesammelte Erzählungen. Isabel Allende, Mein erfundenes Land. Und das ist jetzt Zufall, dass das lauter Bücher von Frauen sind. Hier noch ein Mann: Andrea de Carlo, Guru.

Das enttäuschendste Buch?

Da fällt mir wenig ein, aber zum Beispiel: John Updike, Sucht mein Angesicht. Ich fands langweilig, selbstgefällig, unglaubwürdig, voraussehbar. Kurz: doof.

Der ergreifendste Film?

Hmmm. Ich kann mich zur Zeit sehr für skandinavische Filme begeistern, und wenn sie skurril sind, dann sowieso. Oft jedenfalls. Also: Das jüngste Gewitter, Håkan Angser.

Die beste CD?

Seit es sich eingebürgert hat, Musik über das Internet zu erwerben, kaufe ich leider kaum noch CDs. Und im letzten Jahr auch wenig Musik, weil nicht nur mein alter Computer sich verabschiedete, sondern auch meine 24 Jahre alte Anlage. Aber, so zum Beispiel: Paolo Conte, Paris milonga. Element of Crime, Damals hinterm Mond. Franz Ferdinand, gleichnamiges Album.

Die meiste Zeit verbracht mit…?

..Arbeit, ..Lesen, ..Freunden. Ähm, und vor dem Computer.

Die schönste Zeit verbracht mit… ?

Mit Freunden, ..mit Büchern, ..mit meinem Patenkind.

Vorherrschendes Gefühl 2008?

Langsames, of mühseliges und zähes Voranschreiten.

2008 zum ersten Mal getan?

Meine Stiefschwester beim Gebet überrascht.

2008 nach langer Zeit wieder getan?

Schwimmen gewesen, und danach dann gleich wieder lange nicht mehr. Ausrede: Die Schwimmhalle wird zur Zeit renoviert. So richtig in Urlaub gefahren, nach Barcelona.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

1.Immer noch keinen Abschluss zu haben, 2. meinen Kontostand, 3. auf das Gefühl, am falschen Ort zu sein.

Die wichtigste Sache, von der Du jemanden überzeugen wolltest?

Kauf Dir bitte, bitte nicht dieses Kleid. (Es lag am Kleid, aber ganz klar!)

Das schönste Geschenk, das Du jemandem gemacht hast?

Eine Oktoberfestbarbie. Und für mich war das abseitigste Geschenk das ich mindestens in den letzten *zehn Jahren* gemacht habe.

Das schönste Geschenk, das Dir jemand gemacht hat?

Uneingeschränkte Liebe. „Du bist der allerliebste Mensch, den ich kenne.“ Kein Mann. Mein Patenkind.

Der folgenreichste Satz, den jemand zu Dir gesagt hat?

Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Der folgenreichste Satz, den Du zu jemandem gesagt hast?

Ich werd versuchen, ob ich diese Monster-Puppe irgendwo bekomme.

2008 war mit 1 Wort…?

Viel.

Vorsätze für 2009?

Da das Jahr sich jetzt schon als ein wahrscheinlich noch volleres abzeichnet: Weniger unter Druck setzen, mehr durchatmen, aber auch mehr anpacken.

3. Januar 2009

Zum Neuen Jahr: Küchenfunk

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Ich kann mich gar nicht fassen vor Begeisterung: Ich habe heute eigenhändig und ohne Hilfe W-LAN installiert! Hach. Ich bin ja so geschickt. Im Foren durchsuchen, vor allem.

Und jetzt kann ich in meiner Küche sitzen und bloggen. Oder Mails lesen. Oder auch (sinnvoller Weise) nach neuen Jobs suchen oder für meine Prüfung lernen. Großartig.

Ich bin erwartungsvoll, was das neue Jahr angeht. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte keine Angst. Es kommt wieder einmal viel Ungewisses auf mich zu, und dabei fürchte ich sowieso immer um die Sicherheit meines gewohnten Alltags, dass ich sie verlieren könnte. Ich denke, diese Paranoia rührt daher, dass man im Leben zu oft oder zu lange die Erfahrung gemacht hat, dass nichts sicher zu sein scheint. Und infolgedessen fürchtet man ständig, dass die möglicherweise vorhandene Idylle plötzlich verpuffen könnte. Genauso bin ich. Das ist mal ein ernster Blogeintrag, was?! Ich bin immer sehr gedankenvoll zum Jahreswechsel, die Bilanz, die ich vom vergangenen Jahr zu ziehen pflege, fällt selten überschwänglich aus. Es wäre schön, wenn ich die Dinge mal einfach auf mich zukommen lassen könnte. Aber das sieht so faul aus. Oder luschig, um einen typischen Kindheitsausdruck zu benutzen.

Jedenfalls plane ich, in den nächsten Tagen eine weitere nette Frage-Liste, die ich unter anderem bei Frau K. gefunden habe, zu beantworten. Allerdings wird das nicht viel lustiger. Wie gesagt, der Jahreswechsel.

Aber es ist ein sagenhaftes Gefühl, abends in der warmen Küche zu sitzen, die winterliche Kälte dräut schwarz vor dem Küchenfenster. Das MacBook singt mir traurige Lieder vor, es gibt Tee und Kekse (das arme MacBook..wer mich twittern sieht, was ich meine.) und ich genieße die Zeit. Und meinen Mut, einen Ratenzahlungsvertrag abgeschlossen zu haben und dadurch eine glückliche Frau Feli aus mir gemacht zu haben.

Hinzusetzen muss ich noch, dass mir jemand mittels Blog (und verbal, nicht zu vergessen, ein großartiges Kompliment gemacht hat, dass mich zu heftigem Blinzeln zwang. Und sowas ist einfach toll, Freunde zu haben.

13. Dezember 2008

Selbstbeschenkter Weihnachtsschwindel mit Pelzkante

Frau Feli goes Mac. In silber und schwarz. Unfassbar. Ich halt die Warterei bis das Kleinod endlich da ist, kaum noch aus. Werde ich überhaupt wagen, es irgendwo mit hin zu nehmen, aus Angst vor möglichen Schäden? Oha. Sowas aufregendes. Nur, dass ich es nicht mit einem Haustier oder dem (noch nicht vorhandenen) Nachwuchs verwechsle. Hihi.

30. November 2008

Katzen, die man mag

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Dies ist quasi ein Test-Post, weil ich hinreissender Weise herausbekommen habe, wie man die Fotos aus meinem Fotoblog (naja, ein Account, dass nicht Flickr heisst) auf meinen normalen Blog bekommen kann. Ha. Endlich.


Oben könnt Ihr die meines Wissens am dümmsten guckende Katze Berlins bewundern. Ein Kater. Und weil er so dumm guckt, finde ich ihn sehr sehr niedlich. Und was ist die Konsequenz? Die Feststellung, dass ich wieder eine Katze haben möchte. Obwohl ich nichts gegen eine intelligenter guckende Katze einzuwenden hätte. Und gegen eine, die ein bisschen weniger überzüchtet aussieht. Aber er ist so süß. Ach. Dazu müßte ich umziehen. Am besten in die verehrungswürdige Wohnung, die der kleine graue Kater (Pekka heißt er) in den Sommerferien bewohnt hat, bis sein Besitzer wieder zurück aus dem Urlaub war. Die Wohnung enthielt unter anderem Dielen, hohe Wände, drei Zimmer, einen Balkon (der um die Ecke ging!) eine großartige Begrünung (Hallo, Realität! Feli und Pflanzen?! Nun ja.) und eine idyllische Aussicht, die an Hinterhöfe in Italien (Lieblings-südeuropäisches Land bitte einsetzen) denken ließ. Ach. Und noch mal ach.

18. Oktober 2008

Hoi zäme!

Fremdsprachen können zahlt sich ja immer aus. Deswegen fahre ich Montag für eine Woche in die Schweiz. (Nicht, dass es irgendjemandem auffiele, wenn ich mich drei Monate in Lappland aufhielte..! Was jetzt ja wahrscheinlich auch Samland oder so heisst, aber für Verifizierungen ist es zu spät und meine dämliche Erkältung zu weit fortgeschritten.)

Vielleicht kann ich ja meine Schweizerdeutsch-Kenntnisse erweitern, zur Not durch wiederholtes Anschauen von Sprachlernvideos..oder so ähnlich. Auf jeden Fall werde ich die momentane Lage der schweizer Schokoladen-Produktion ausloten und dann (äh.) live berichten.

Was ich garantiert nicht tun werde, ist, mich mit dem ZVV, d. i. der Zürcher Verkehrsverbund anlegen, das würde nämlich bestimmt sehr kompliziert werden. Jedenfalls, wenn man das untige Video als Beispiel herannimmt, wobei man dem schweizer Nahverkehr, bzw. dem Schaffhauser speziell (Ich will hier keine Gerüchte in die Welt setzen, vielleicht sind in der restlichen Schweiz die Bedingungen ja anders.) nicht vorwerfen kann, wenn er nicht jede Art von Tier befördert.

Vom strengen Tonfall der Straßenbahnfahrer mal ganz abgesehen. Aber die sind vielleicht in einem gemeinsamen Verein mit den Berliner Busfahrern, wo sie sich über neue durch-sarkastische-und-boshafte-Bemerkungen-Überraschungs-Methoden austauschen und diese dann geschickt im Arbeitsalltag zur Kundenverwirrung einsetzen.

Jedenfalls ist aus dieser ungewöhnlichen Transportabsicht ein ganz wundervolles, schönes, hintersinniges und sehr schweizerisches Kunstwerk entstanden, das ich unbedingt ausgiebig zu geniessen empfehle:


Der Conny ihr Pony from robert pohle on Vimeo.

Bis dahin wünsche ich gutes Wetter, üppige Gehaltsabrechnungen und liebestolle Anrufe um drei Uhr nachts, je nach Wunsch und Charakter. Und dass meine Erkältung akut den Rückzug antritt.

27. August 2008

Menschen in Neukölln Teil 11

Neulich war ich mal wieder auf dem Weg zur U-Bahn. Viele von meinen Geschichten ereignen sich auf dem Weg von und zur U-Bahn, im U-Bahnhof selbst, auf dem Platz davor, d.h. dem Hermannplatz in meinem Fall. Man könnte also sagen: Die U-Bahn ist das zweite Zuhause des Berliners. Und viele Menschen verhalten sich dort auch so, im positiven wie im negativen Sinn, und meistens eher im negativen.

In diesem Fall schlängelte ich mich durch die vielen Leute, die auf dem Wochenmarkt, der mehrmals wöchentlich auf dem Hermannplatz stattfindet, einkauften. Aufgrund der quasi wogenden Menschenmassen blieb direkt vor den Augen eines Blumenverkäufers zwischen den Einkaufsrollern stecken.

"Hier sehen noch einje Leute so aus, als ob sie Blumn mit nach Hause nehm werdn!!"

kurze Pause

"Blumn braucht doch jeda! Vitamine füre Seele."


Das hat mir den Tag erhellt. Auch ohne Blumen.




(Muss immer noch sparen. Die großen Sträuße bitte in der Fahrschule abgeben.)

29. Juli 2008

Das Ding aus einer anderen Welt:
Menschen (oder so) in Neukölln Teil 10

Neulich abend war ich auf dem Nachhauseweg.

Ich lief hinter einer Gruppe englischsprechender Leute (Neukölln wird immer schicker. Selbst um 22.00 noch sowohl nüchterne als auch zurechnungsfähige Menschen auf den Straßen.) her. Plötzlich schrie eine der Frauen auf.
Sie war auf einen Tintenfisch getreten, der soeben von oben auf das Pflaster geklatscht war.


Es war kein kleiner Tintenfisch.



20. Juli 2008

..Ich will einfach nur hier sitzen..!! Menschen in Neukölln Teil 9

Liebe Freunde des weltweiten Webs,

ich glaube, ich wandere aus. Nach Timbuktu. Weil ich ja bei allem wovon ich nicht weiß, wo es ist (was eine Menge ist), Timbuktu sage. Nicht immer nur reden, machen. Oder gleich nach Island, da ist es nicht so heiss und es gibt mehr Elfen. Vielleicht helfen die auch beim laute Nachbarn ärgern.

Nebenan gibt es nämlich eine Party, bei meinen neuen Nachbarn. Die sind sichtlich junge Studenten, ein Pärchen(also, heute abend sind es sehr viel mehr als zwei), und spielen die wilde elektronische Musik. Nirvana auch, aber die haben sie ziemlich schnell ausgemacht. Jetzt ist es grad so angejazztes Crossover. Was mir eventuell sogar gefallen würde, wenn ich nur das Haus verlassen müsste, um ihm zu lauschen. Neben dem Kopfende meines höchsteigenen Bettes verstehe ich aber wenig Spaß. Ich habe auch noch einen sehr leichten Schlaf. Und das ist schlimmer geworden in den letzten Jahren. Neulich habe ich mir eine Schlafmaske gekauft, zu hell ist es jetzt auch schon. Das Alter. Ächz.

Ich hätte ein schlechtes Gewissen, jetzt gleich was zu sagen, Samstags um zwölf. Eben habe ich das Fenster zum Hof (wer den Film und die älteren Postings dieses Blogs kennt, der weiß: Die Namensgleichheit kann kein Zufall sein..)geöffnet. Also, Fenster geöffnet, Schall wallte mir in großen Wellen entgegen. Alle feiern. Bei offenen Fenstern. Ich glaube, ich sollte vielleicht der Ergänzung halber wunderlich werden.

Ich habe den Abend gemütlich am Telefon und Computer verbracht, wollte noch ein bisschen Zeitung lesen und dann ins Bett gehen. Alle andern scheinen das für eine doofe Idee zu halten. Soweit ich es hören kann.

Vor etwa zwei Monaten konnte ich Nachts nicht schlafen, weil es draußen miaut hat. Das waren keine Katzen, das waren Menschen. Die hatten Sex. Auf dem Dach, wie es klang. Ich bin mir ganz sicher, weil Katzen nicht "Oh mein Gott" zwischendrin schreien können.

Ich könnte hier jetzt ein schickes kleines Ad einbinden, dass für die Segnungen von Ohropax wirbt. Oder anderen Ohrstöpseln. Für die würd ich aber echt Werbung machen. Ich habe mich schon gefragt, ob die Ohrstöpselherstelllungsverantwortlichen wirklich wirklich wissen, dass sie mir schon quasi das Leben (und mich vor dem Irrsinn) gerettet haben, weil ich mich mittels Totalabdichtung vor der Aussenwelt verbarrikadieren kann. Unglaublich. Nur gerade jetzt, wo ich mich eigentlich unverstöpselt durch ein paar interessante Blogs klicken wollte, fühle ich mich etwas bedrängt.

Zur Veranschaulichung: Meine Nachbarin hat heute nachmittag geniest. Ich bin zusammengezuckt.

Ich will einfach nur hier sitzen...